So produzierst du professionelle Aufnahmen für deine Videos

Video-Kommunikation im Business-Umfeld. Wofür man früher noch große Produktionsteams benötigte, kann man heute mit zwei simplen Dingen erreichen: Einer Kamera (ob iPhone, Android-Smartphone oder Spiegelreflex) und einer Idee.

War das Medium „Video“ früher nur für große Konzerne nutzbar, so kann heute augenscheinlich jeder mit etwas Fleiß und einem Smartphone Inhalte produzieren, die potentiell Millionen von Leuten erreichen können.

Doch wie setze ich meine Idee mit meinem Smartphone auch wirklich in ein Video um?

In unseren Video-Crashkurs-Beiträgen geben wir dir die wichtigsten Tipps mit an die Hand, wie du professionell mit deinen eigenen Video-Inhalten starten kannst.

In diesem Beitrag: Die 5 wichtigsten Tipps mit denen du professionelle Videoaufnahmen erstellst.

Tipp #1: Suche dir den passenden Drehort

Auch, wenn der erste Tipp nicht direkt etwas mit Kameraführung zu tun hat: Er ist mit Abstand der Wichtigste. Schon bevor du überhaupt startest dein Video zu drehen, solltest du dir genau darüber Gedanken machen, wo dein Video stattfinden soll.

Vergleiche es mit großen Produktionen: „Harry Potter“ wäre nicht so mystisch und faszinierend, wären da nicht die perfekt zur Geschichte passenden Orte, in denen die Handlung stattfindet.

Ebenso wichtig ist der Ort in deinen Videos. Generell gilt: Wähle einen Platz, der zur Geschichte passt.

Du filmst ein kurzes Statement eures Geschäftsführers? Lass‘ das Geschehen an einem passenden Platz stattfinden, wie z. B. seinem Büro oder dem schönsten Ort in eurem Büro.

Oder doch ein kleines Video über ein abgeschlossenes Projekt eures Unternehmens? Im Optimalfall platzierst du deinen Protagonisten vor einem sichtbaren Teil dieses Projekts und lässt ihn damit interagieren.

Aus den vielen Produktionen, die unser Team bereits umgesetzt hat, wissen wir: Geschätzt 70% eines Films hängt vom Drehort ab. Deshalb unsere Empfehlung: Nimm dir Zeit für diesen Schritt.


Tipp #2: Passe deinen Drehort an

Ebenfalls nicht direkt ein Tipp zur Technik, dennoch genauso effektiv: Passe deinen Drehort und alle im Bild sichtbaren Dinge an deine Anforderungen an.

An den meisten Orten kannst du dies relativ einfach umsetzen, indem du diesen Schritten folgst:

  1. Suche dir den Punkt, an dem du deine Kamera aufstellen willst. Beachte dabei vor allem Lichtverhältnisse und den im Bild sichtbaren Hintergrund.
  2. Positioniere deinen Protagonisten oder dein Hauptobjekt im Bild. Tipps, wie du das am besten machst, folgen weiter unten.
  3. Analysiere nun genau das entstandene Bild: Gibt es Objekte oder Farben, die dich stören?
  4. Entferne Störungen.

Nach diesem Vorgehen sollten nur noch Objekte, Farben und Formen im Bild sein, die zur Handlung passen. Entferne also alle unnötigen Stühle, Papiere, Mülleimer, roten Vorhänge etc., die deine Geschichte nicht unterstützen. Diese lenken deinen Zuschauer nur ab.

Extra-Tipp: Mache vor deinem Dreh ein Foto vom Drehort, damit du nach deiner „Aufräum“-Aktion noch weißt, wie du alles in den Ausgangs-Zustand zurückbringst.

Übrigens:

Produktion mit kleinem Budget

Nicht ohne Grund sind wir der Meinung: Für professionellen Content benötigt man keine riesigen Budget-Freigaben. Mit der neuen App Mozaik by Dynamic Video kannst du hochwertigen Video-Content auch mit kleinem Geld produzieren.


Tipp #3: Positioniere deine Kamera bewusst

Wenn du mit deiner Video-Content-Produktion startest, wirst du merken, dass du anfangs meist einfach mit der Kamera „draufhältst“. Das ist an sich auch OK, solange die Handlung interessant ist.

Um immer besser zu werden, sollte dein Ziel im nächsten Schritt sein, deine Kamerawinkel und -einstellungen nach und nach bewusst zu optimieren.

Ein guter Anfang ist zuerst einmal auf die Höhe der Kamera zu achten. Denn je nach Höhe kann dein Bild unterbewusst komplett verschiedene Wirkungen beim Zuschauer erreichen.

Die drei Kameraperspektiven, zwischen denen man generell unterscheidet, sind:

  • Untersicht: Die Kamera-Linse befindet sich unterhalb der Augenhöhe des Protagonisten. Die Kamera schaut zu ihm auf.
  • Normalsicht: Die Kamera-Linse befindet sich auf Augenhöhe des Protagonisten.
  • Aufsicht: Die Kamera-Linse befindet sich oberhalb der Augenhöhe des Protagonisten. Die Kamera schaut auf ihn herab.

Hier ein Beispiel, um es dir zu verdeutlichen:

Bild-Quelle: Wikipedia Kameraperspektiven

Auch wenn es nur ein Spitzer ist: Das Objekt sieht in der Untersicht klar imposanter aus als in der Normalsicht. In der Aufsicht wirkt der Spitzer schon fast klein und unterwürfig. Und ja, es ist nur ein Spitzer, aber die Kameraperspektive macht‘s! 😃

Je nachdem, ob du deinen Protagonisten schwach oder stark wirken lassen willst, kannst du nun deine Perspektive wählen. Aber Vorsicht: Übertriebene Perspektiven wirken künstlich und bewirken oft genau das Gegenteil. Wende sie also nur in Nuancen an, es geht um einige Zentimeter.

Generell gilt: Versuche die Kamera-Linse auf Augenhöhe des Protagonisten zu halten. So bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.


Tipp #4: Wähle einen passenden Bildausschnitt

Passend zum vorangegangenen Tipp kümmern wir uns ebenfalls um die Position des Protagonisten innerhalb des Bildes und um den Bildausschnitt.

Angeber-Tipp für deinen nächsten Dreh:

Im Fach-Jargon heißt der gewählte Bildausschnitt Kader. Die Auswahl des Bildausschnitts heißt demnach Kadrierung.

Neben der Kamera-Höhe macht ebenfalls der Bildausschnitt, welchen die Kamera aufnimmt, einen Unterschied in der Wirkung. Es gibt zig verschiedene „Standards“, welche in der Filmproduktion für schöne Bilder angewendet werden.

Um dir den Einstieg in diese Welt möglichst einfach zu machen, konzentrieren wir uns auf drei dieser Einstellungsgrößen. Im Grunde geben diese einfach an, wie viel der Umgebung im Bild gezeigt wird.

Totale

Bei der Totalen werden um den Protagonisten herum große Teile der Umgebung gezeigt. Meist ist diese Einstellungsgröße ganz automatisch die gewählte, wenn man die Kamera „einfach nur draufhält“. Du solltest sie aber nur wählen, wenn es auch wirklich Sinn macht die Umgebung zu zeigen. Beispielsweise beim Einstieg in den Film, um zu zeigen, wo ihr euch befindet.

Halbtotale

Auch bei dieser Einstellungsgröße sieht der Zuschauer noch viel von der Umgebung. Er kann aber bereits mehr Details des Protagonisten, wie z. B. Gesichtszüge etc. erkennen. Diese Einstellungsgröße sollte ebenfalls nur genutzt werden, wenn die Umgebung eine Rolle in der Geschichte spielt. 

Nah

Bei der Nah-Einstellung sieht der Zuschauer nun nicht mehr viel von der Umgebung. Die Aufmerksamkeit liegt voll auf dem Protagonisten und seinen Worten. Aus diesem Grund solltest du diese Kamera-Einstellung bei den meisten Aufnahmen verwenden, bei denen in die Kamera gesprochen wird. Ob du exakt den gleichen Ausschnitt wie im Beispiel wählst, ist nicht wichtig. Es gibt viele Varianten, die du testen kannst, etwas weiter und etwas näher.

Zusatz-Tipp:

Achte darauf, deinem Protagonisten nicht zu viel „Kopfluft“ zu geben. „Kopfluft“ ist der Platz zwischen seinem Kopf und der Oberkante des Bildes. Orientiere dich am oben gezeigten Beispiel.


Tipp #5: Positioniere deinen Protagonisten bewusst

Unser letzter kameratechnischer Tipp dreht sich um die Position des Protagonisten innerhalb des Bildes. Sobald du die Kamera-Einstellungsgröße, wie im vorherigen Tipp beschrieben, gewählt hast, kannst du die Kamera logischerweise noch nach links und rechts schwenken. Und ich schätze mal nun ist es keine große Überraschung mehr: Auch dies macht einen Unterschied in der Wirkung!

Zudem kommt, dass du auch bei der Blickrichtung deines Protagonisten die Wahl hast: Sieht er direkt in die Kamera oder an der Kamera vorbei?

Hier zwei Variationen als Beispiel:

Obama wird interviewt, sieht an der Kamera vorbei und ist im Bild rechts positioniert.

Bild-Quelle: CNN

Obama spricht direkt zum Zuschauer, sieht in die Kamera und ist mittig platziert.

Bild-Quelle: 6abc

Du siehst: Es gibt verschiedene Varianten, die wieder einmal von deiner erzählten Geschichte abhängig sind.

Wenn du willst, dass sich der Zuschauer direkt angesprochen fühlt, positioniere deinen Protagonisten mittig und lass‘ ihn in die Kamera sprechen.

Wenn dein Video eher ein Portrait des Protagonisten sein soll, positioniere ihn rechts oder links im Bild, setze dich selbst neben die Kamera und sprich mit ihm, während die Kamera ihn seitlich aufnimmt.

Unsere Empfehlung:

Durch das Social-Media-Verhalten sind deine Zuschauer die direkte Ansprache gewöhnt. Zudem kannst du bei der mittigen Positionierung weniger Fehler machen, da sie einfacher umzusetzen ist. Deshalb raten wir dir in den meisten Situationen: Stelle deinen Protagonisten mittig ins Bild uns lass‘ ihn direkt in die Kamera sprechen.


Fazit

Du wirst schnell eine Verbesserung deiner Video-Aufnahmen bemerken, wenn du dich an die oben beschriebene Tipps hältst.

Einen Extra-Tipp haben wir noch: Sieh dir das Bild stets vor und nach der Aufnahme noch mindestens einmal ein. Die meisten Probleme fallen dir erst in diesen Momenten auf und lieber du bemerkst sie noch am Drehort als nach dem Dreh zuhause.

Wenn du dich nach einiger Zeit sicher in der Kameraführung fühlst, heißt es trotz den Tipps aber wieder: Experimentiere und tob dich aus! Mit außergewöhnlichen und auffälligen Kameraführungen kannst du die Aufmerksamkeit deiner Zuschauer für dich gewinnen. Und das ist ja das letztendliche Ziel deiner Video-Inhalte, oder?

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